Lando Bartolini, Tenor

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Lando Bartolini wurde in Prato bei Florenz geboren und studierte an der Academy of Vocal Artis in Philadelphia bei Nicola Moscona. 1968 gewann er den Mario-Lanza-Gesangswettbewerb. 1973 debütierte er als Osaka in der Oper “Iris” von Mascagni am Gran Teatre del Liceo in Barcelona und als Pinkerton in “Madame Butterfly” an der New York City Opera, wo er sich in den nächsten Jahren die wichtigsten Partien des Spinto-Fachs erarbeitete.

In den folgenden Jahren sang Lando Bartolini an fast allen großen Opernhäusern der USA. 1982 gab er sein Italien-Debüt als Pollione in “Norma” in Mantua und Como, 1983 sang er die Titelrolle in “Ernani” an der Scala di Milano, Engagements in der Arena di Verona und an den Opernhäusern in Berlin, Hamburg, München, Wien, London und Paris schlossen sich an. 1986 sprang er als Ernani an der Lyric Opera di Chicago für Luciano Pavarotti ein, womit er endgültig einen Platz in der Reihe der führenden Tenöre des großen Fachs eroberte. Seit 1988 ist er regelmäßig auch an der Metropolitan Opera in New York zu hören, z. B. als Manrico im Trovatore, Radames in Aida und der Titelrolle in Andrea Chenier.

Einen großen Erfolg hatte Lando Bartolini 1991 in “seiner Stadt” Florenz als Turiddu in Cavalleria rusticana unter der Leitung von Gianandrea Gavazzeni. 1997 sang er beim Maggio Musicale in Florenz (Musikalische Leitung: Zubin Mehta) den Calaf in der Neuproduktion von Turandot, die später als “Turandot am Originalschauplatz” auch in Peking aufgeführt wurde.

In den mehr als 25 Jahren seiner Karriere hat Lando Bartolini mit fast allen wichtigen Dirigenten und Sängerkollegen zusammen gearbeitet. Er hat (außer Riccardo in Un Ballo in Maschera) alle Partien seines Fachs gesungen, seit einigen Jahren gehört auch Otello, die ultimative Herausforderung für einen dramatischen Tenor, zu seinem Repertoire. Er gilt als Spezialist für die schwereren italienischen Tenorpartien wie Manrico im Trovatore, Radames in Aida, Alvaro in La Forza del Destino, Dick Johnson in La Fanciulla del West und Pollione in Norma. Lando Bartolini singt Turiddu und Canio in Cavalleria rusticana/I Pagliacci an einem Abend. Zu seiner wichtigsten Partie aber hat sich der Calaf in Turandot entwickelt, den er mittlerweile mehr als zweihundertmal in über dreißig verschiedenen Produktionen an fast allen großen Opernhäusern gesungen hat.

Obwohl Lando Bartolini sich mehr als Livesänger denn im Aufnahmestudio sieht, liegen mehrere Aufnahmen von ihm vor, unter anderem eine Live-Aufnahme von I Cavalieri di Ekebu von Riccardo Zandonai (Fonit Cetra), die Oper Semirama von Ottorino Respighi (Hungaroton) und Puccinis Turandot bei Naxos. Bei Hungaroton erschienen ist auch ein Recital mit Opernarien, einen guten Überblick über seine Karriere gibt auch die CD “Lando Live”, eine Zusammenstellung von Mitschnitten aus Opernaufführungen, erschienen bei Legato Classics.

Lando Bartolini war in den letzten Jahren Theatern bei zahlreichen Gastspielen des Opernhauses Florenz als Calaf in der berühmten Turandot-Produktion dabei.  Im März 2002 war Lando Bartolini in vier Aufführungen von Otello an der Hamburgischen Staatsoper zu hören. Außerdem gastiert er regelmäßig bei den jährlichen Opernfestspielen in Torre del Lago,  z. B. als Calaf und als Des Grieux. Im November 2003 feierte er sein dreißigjähriges Bühnenjubiläum mit einem Rollendebüt: Im Lincoln Center, New York, sang er den Guglielmo Ratcliff in Pietro Mascagnis gleichnamiger Oper.

Stand: Dezember 2003


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